Dachstuhlbrand
 
 

04.04.2005 Mölln Altstadt

Ein Großbrand in der historischen Altstadt von Mölln hat am Montagnachmittag einen Sachschaden in Höhe von mindestens einer Million Euro verursacht. Menschen wurden nicht verletzt. Mehr als 100 Feuerwehrleute aus der Region waren bis in die Nacht im Einsatz.

Gegen 15.30 Uhr hatten Passanten im Dachgeschoss des kombinierten Wohn- und Geschäftshauses an der Hauptstraße eine leichte Rauchentwicklung bemerkt und die Polizei informiert. Umgehend wurde daraufhin Alarm für die Kameraden der FF Mölln ausgelöst, ein angeblicher Wohnungsbrand angenommen. Vor Ort eingetroffen forderte Möllns Wehrführer Willy Damm umgehend Unterstützung an. Zunächst die FF Ratzeburg mit einer zweiten Drehleiter, kurz darauf auch die FF Breitenfelde mit weiteren Atemschutzgeräteträgern. Denn schnell war klar, in dem alten Fachwerkhaus, das lediglich eine neue Fassade bekommen hatte, drohte sich der Brand über die Decken aus Reet und Lehm auszubreiten. In der Zwischenzeit loderten aus den Dachfenstern bereits helle Flammen.

Um eine weitere Drehleiter einsetzen zu können, wurde schließlich auch die Wehr aus dem 20 Kilometer entfernten Schwarzenbek alarmiert. Von hier aus rückte unter anderem auch ein HLF 20/16 mit aus, um die Drehleiter mit Druckluftschaum einzuspeisen. Kreiswehrführer Hugo Heitmann (Geesthacht) und sein Stellvertreter Martin Schröder (Schwarzenbek) waren mit vor Ort. Polizisten hatten die City von Mölln weiträumig abgesperrt, eine weithin sichtbare Rauchwolke lockte Hunderte Schaulustige an. Die Läden in der Nachbarschaft der Einsatzstelle mussten schließen.

Von den drei Drehleitern sowie von einem Dach aus und im Innenangriff wurde der Großbrand schließlich mit mehreren Wenderohren sowie B- und C-Rohren und im späteren Verlauf auch mit Fognails erfolgreich bekämpft. Gegen 19.30 Uhr konnten die ersten Kräfte wieder einrücken. Gegen 21 Uhr konnte auch die Sperrung der Innenstadt wieder aufgehoben werden.

Zur Brandursache konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Das viergeschossige Haus, das im Erdgeschoss einen Döner-Laden, ein Sonnenstudio und ein Schuhgeschäft sowie in den oberen Etagen teilweise leer stehende Büros und Wohnungen beherbergt, sollte demnächst zwangsversteigert werden. Der Hausverwalter schätzte den Schaden durch Feuer und Löschwasser nach Angaben von Polizeisprecher Manfred Thiel auf eine Million Euro.