Dachstuhlbrand
 
 

 

11.02.2005 Büchen Stettiner Str.

Ein Großbrand hat am frühen Freitagmorgen den Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses am Stettiner Weg in Büchen völlig zerstört. Feuerwehrleute aus Büchen, Büchen-Dorf und Schwarzenbek waren stundenlang mit den Löscharbeiten beschäftigt. Die Polizei schätzte den Schaden auf rund 400.000 Euro, Menschen wurden nicht verletzt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen
zur Brandursache übernommen.

 

Gegen 4 Uhr waren die Anwohner zum Glück aufgewacht und hatten Rauch in der Küche im Dachgeschoss des Hauses bemerkt. Über Notruf forderten sie Hilfe von der Feuerwehr an, brachten sich dann in Sicherheit "Als wir wenige Minute später vor Ort waren, war bereits das Treppenhaus von oben her völlig verqaulmt. Ich habe sofort Unterstützung angefordert", berichtete Büchens Wehrführer Jürgen Lempges. Auf die Hilfe aus dem Umland musste er dann aber zunächst lange warten: Die Nachalarmierung hatte sich durch Computerprobleme in der Ratzeburger Rettungsleitstelle um fast zehn Minuten verzögert. In der Zwischenzeit breiteten sich die Flammen aus.

 

Als die Männer der Schwarzenbeker Wehr schließlich mit der Drehleiter an der Ensatzstelle eingetroffen waren, stand der gesamte Dachstuhl in hellen Flammen. Erstmals konnte sich das 2004 im neuen Hilfleiestungs-Löschfahrzeug angeschaffte Druckluftschaum-Löschsystem der Wehr hier bei eiem Großbrand bewähren. "Das Schaummittel, das wir von der Drehleiter aus abgegeben haben,
hat schnell Wirkung gezeigt", erklärte Schwarzenbeks Feuerwerhchef Martin Schröder. Eineinhalb Stunden nach dem Brand waren die großen Flammen zunächst gelöscht.

 

Die Nachlöscharbeiten zogen sich danach noch längere Zeit hin. "Ich bin gerade mit der Renovierung fertig, wir wohnen hier doch noch nicht einmal einen Monat", sagte Michael Humpler, der geschockt die Löscharbeiten verfolgte und zusehen musste, wie sein Hab und Gut in Flammen aufging. "Wir waren so froh, endlich ein Haus gefunden zu haben, in dem die Familie mit sechs Kindern gut
leben konnte. Wo sollen wir denn jetzt hin", fragte er entsetzt. "Ich bin so, froh, dass wir wenigstens rechtzeitg wach geworden sind und uns retten konnten", sagte Humpler.

 

Verkohlt ragen die Dachbalken des 4-Familien-Hauses am Stettiner Weg in Büchen in den trüben Himmel, es riecht nach feuchtem Brandschutt. Die Kripo hat das Gebäude beschlagnahmt, die Polizei Flatterband als Absperrung gespannt. Viel ist hier nach dem verheerenden Großbrand vom Freitag nicht mehr übrig. Die Männer der Büchener Feuerwehr waren auch gestern Morgen noch drei
Stunden lang mit dem Ablöschen versteckter Brandnester beschäftigt. "In der Zwischendecke gibt es noch einige heiße Stellen", erklärte Gruppenführer Andreas Schmahl. Im strömenden Regen waren die mutigen Feuerwehrmänner mit ihrem Tanklöschfahrzeug im Einsatz, um den Brand endlich zu löschen. Dabei mussten sie sich immer wieder auf die teilweise einsturzgefährdete Decke
wagen. Bereits am Freitag hatten sie 14 Stunden lang gelöscht.

 

Die 15 durch das Feuer obdachlos gewordenen Bewohner, darunter allein eine Familie mit acht Kindern, konnten von der Gemeindeverwaltung noch am Freitag in anderen Wohnungen untergebracht werden. "Sie sind zunächst mit dem
Nötigsten sowie jeweils einem Scheck versorgt. In der kommenden Woche werden wir sehen, wie es für sie weitergehen kann", erklärte Büchens Bürgermeister Uwe Möller. Zwei Mitarbeiter der Verwaltung waren den ganzen Tag damit beschäftigt, in Büchen und den Amtsgemeinden Ersatzunterkünfte zu finden. "Für solche Notsituationen haben wir Wohnungen zur Verfügung. Einige Bewohner des Hauses konnten aber auch vorübergehend bei Verwandten unterkommen", so Möller. Die Menschen aus dem abgebrannten Haus haben fast ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Als Feuerwehrmänner noch einige Sachen aus dem Erdgeschoss retten
wollten, stürzten Teile der Decke ein.

Das von dem Großbrand betroffene Haus war früher eine Halle, die zu alten Büchener Fabriken in dem Bereich gehörte. Zuletzt wurde sie von den Firmen als Kantine genutzt, später dann als Wohnhaus umgebaut. Dieser Umbau mit den verschachtelten Wänden im Dachstuhl sorgte vermutlich auch für die schnelle Brandausbreitung, meinen die Feuerwehrmänner. Eine gemauerte Trennwand im Dach konnte die Flammen nicht stoppen. So mussten die Anwohner zusehen, wie sich das Feuer ausbreitete. Die Flammen ließen im Dachgeschoss nichts übrig, im Erdgeschoss sind massive Wasserschäden zu verzeichnen. Das nach Angaben des
Hausbesitzers mit 400000 Euro versicherte Haus muss wohl abgerissen werden. tja