Elbe Hochwasser
 
 

 

08.04.2006 Lauenburg

Hochwasserlage an der Elbe in Lauenburg verschärft sich weiter

Die Situation durch das Hochwasser der Elbe in Lauenburg hat sich am Sonnabend weiter verschärft. Einsatzkräfte und Anwohner kämpfen gegen die drohende Überschwemmung mehrerer bedrohter Gebäude. Etwa 100 Altstadt-Häuser stehen
bereits unter Wasser oder sind stark gefährdet. Der Pegel der Elbe bei Lauenburg schwankt zurzeit bei rund neun Metern und soll bis Montag noch weiter um bis zu 30 Zentimeter steigen, hieß es beim Wasser- und Schifffahrtsamt.

 

Trotz einer Vorlaufzeit von mehr als einer Woche wurden die Menschen in Lauenburg durch den extremen Wasserstand der Elbe in ihrer Stadt völlig überrascht. Noch am Donnerstag hatten Experten ausgeschlossen, dass der Wasserstand der Jahrhundertflut von 2002, der damals in Lauenburg 8,70 Meter betragen hatte, erreicht werden könnte.

 

Dann entwickelte sich die Lage allerdings dramatisch schnell anders. Seit Freitag kämpfen Einsatzkräfte und Anwohner gegen die Flut, die in den nächsten Tagen auch die historische Elbstraße überschwemmen wird. Der prognostizierte Wasserstand von bis zu 9,30 Meter wird nur knapp unter dem höchsten jemals gemessenen Rekordpegel aus dem Jahr 1888 bleiben. Damals stand das Wasser, das sich hinter einer Eisblockade aufgestaut hatte, 9,89 Meter hoch.

"Wir tauschen unsere Einsatzkräfte regelmäßig aus um sie nicht zu sehr zu belasten", berichtete der stellvertretende Wehrführer der Lauenburger Feuerwehr, Jürgen
Fischer. Katastrophenalarm gilt im Herzogtum noch nicht. "Eigentlich müssen wir uns ja auf die Vorhersagen des WSA verlassen können. Aber da konnte man die Lage wohl bis Freitag nicht zutreffend beurteilen und hatte dieses Wassermassen nicht erwartet", berichtet Wehrführer Thomas Burmester.

Auch aus Schwarzenbek rückten Kräfte mit dem TLF 16/25 nach Lauenburg aus. Am China-Restaurant an der Palmschleuse läuft seit Tagen ein Schutzeinsatz. Dort wurde der Wassersauger des Tanklöschfahrzeuges und weitere Tauchpumpen benötigt. Das Restaurant befindet sich zwar abgeschottet von der Elbe, doch durch die Stecknitz-Delvenau-Kanal läuft Wasser ins Hinterland. Es steht im Garten des Restaurants zwei Meter hoch und ist bereits in das Gebäude eingedrungen. Mehrere Pumpen sind hier eingesetzt. Die Technische Einsatzleitung (TEL) des Kreisfeuerwehrverbandes unterstützt die Kommunikation der kräfte vor Ort. Neben der FF Launeburg sind vor allem mehrere Wehren des Amtes mit im Einsatz. Ihre Schwerpunkte haben sie am Rufer-Platz sowie am Lösch- und Ladeplatz sowie in Twieten, die von der Elbstraße zum Fluss führen.

 

Wie Bettina Kalytta, die Leiterin des Lauenburger Wasser- und Schifffahrtsamtes berichtete, sorgt mittlerweile selbst die Tide der Nordsee für Probleme an der Elbe. Das Wasser der Unterelbe steht bei Flut am Stauwehr in Geesthacht bereits so hoch, dass dort der Ablauf der nachströmenden Wassermassen des Hochwassers behindert wird.