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07.08.2006 Grove

Böse Alarmpanne nach einem schweren Unfall am Montagabend zwischen Grove und Havekost. Von der Integrierten Regional-Leitstelle Süd in Bad Oldesloe sollte eigentlich die Elmenhorster Feuerwehr zur Rettung eines eingeklemmten Autofahrers alarmiert werden. Doch der Leitstellen-Computer schickte nur ein Fax in die Feuerwache einen Alarm für die Retter gab es nicht. So standen die zwar alarmierten, aber nicht mit dem erforderlichen Rettungsgerät ausgerüsteten Feuerwehrleute aus Grove und Havekost zunächst hilflos vor dem Wrack.

Schließlich boten die Männer der Schwarzenbeker Feuerwehr ihre Hilfe an, denn sie waren ganz in der Nähe, hatten gerade ihren Übungsabend. Sie benötigten gut 30 Minuten, um den Autofahrer zu retten.

Gegen 19.40 Uhr war ein 20-Jähriger mit seinem VW Polo von Havekost nach Grove unterwegs. Auf dem Schleichweg, der nur eine Schotterpiste ist, gilt Tempo 30. Offenbar war der junge Mann um einiges schneller, so dass er die Kontrolle über seinen Kleinwagen verlor, als er einem plötzlich über die Fahrbahn springenden Reh ausweichen musste. Der Polo kam dabei rechts von der Fahrbahn ab und rammte frontal einen Stahlbetonmast der Überlandstromleitung. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Polo völlig zerstört und der Fahrer mit schweren Verletzungen eingeklemmt.


"Der Fahrer war mit den Beinen schwerst eingeklemmt. Der gesamte Vorderwagen hatte sich in den Innenraum geschoben", erklärte Zugführer Thorsten Bettin von der Schwarzenbeker Feuerwehr. Die Retter, die am Übungsabend eigentlich auf einem Schrottplatz die technische Hilfeleistung trainieren und die komplizierte Technik weiter verfeinern wollten, schnitten das Dach des Polo ab, damit der Notarzt den Patienten besser erreichen konnte. Dann kappten sie die Fahrertür und einen Teil des Schwellers, weiteten das gestauchte Blech mit Hydraulikzylindern. "So konnten wir den Platz schaffen, den wir zur Befreiung der Beine benötigten", berichtet Bettin.

Der Notarzt brachte den Schwerverletzten - der in einer Amtsgemeinde selbst gerade die Ausbildung zum Feuerwehrmann aufgenommen hat - schließlich in das Boberger Unfallkrankenhaus. Am Auto entstand ein Totalschaden von 6000 Euro, die Stromversorgung wurde durch den Crash nicht beeinträchtigt.

Markus Hilchenbach, der Leiter der Oldesloer Leitstelle, kündigte gestern eine intensive Fehlersuche an. "Was unbedingt funktionieren muss ist natürlich eine verlässliche Alarmierung", sagte er. Möglicherweise war das System für diesen speziellen Einsatz falsch programmiert.