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23.02.2006 L159 - B404



Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Suchhundestaffeln haben am Donnerstagabend im Wald zwischen Havekost und Schwarzenbek einen Hamburger gerettet. Der Mann wurde vermisst, offensichtlich wollte er sich aufgrund psychischer Probleme das Leben nehmen. Ein bayrischer Suchhund der Polizei, der auf die Fährtensuche spezialisiert ist, hatte die Suchmannschaften in das
Gebiet geführt, wo der Vermisste schließlich entdeckt wurde. Der Notarzt konnte ihn retten.

Gegen 15 Uhr wurden zunächst die FF Schwarzenbek und die Suchhundestaffeln des ASB und des DRK alarmiert. Recherchen des Landpolizisten Daniel Stephan hatten ergeben, dass der Hamburger mit Suizidabsichten in dem Gelände, das an den
Sachsenwald nahe der B 404 grenzt, abgängig sein muss. Zur Unterstützung der Suchtrupps wurden auch die Wehren aus Havekost, Grove und Möhnsen alarmiert.
Ein RTW des DRK von der Lankener Rettungswache stand vorsorglich in Bereitschaft.

Zufällig erfuhren auch die bayrischen Hundeführer von dem Einsatz. In Bayern läuft das Pilotprojekt "Man Traling" (frei übersetzt: Menschenfährtensuche) seit einem dreiviertel Jahr sehr erfolgreich. Die Hundeführer waren am Donnerstag erstmals außerhalb des Freistaates im Einsatz, um die schleswig-holsteinische Polizei bei der Suche nach einem vermissten Jugendlichen auf Fehmarn zu unterstützen. Die beiden bayrischen Hunde, deren Ausbidung rund eineinhalb Jahre dauert, nahmen die Fährten des 16-Jährigen auf
und verfolgten sie über eine Strecke von 4,5 Kilometern bis auf die Fehmarnsundbrücke. Dort verliert sich plötzlich die Spur. Die Ermittler aus Ostholstein sind sich zurzeit noch unklar, ob der Junge von der Brücke in die Ostsee gesprungen ist oder vielleicht in einem Auto mitgenommen wurde.

 

Nachdem das Team aus Bayern den Einsatz beendet hatten, machten sich sich mit dem Leiter der Landesdiensthundeschule der Polizei, Jürgen Cordts, auf den Weg nach Schwarzenbek. Die Polizisten gaben dem Spürhund eine Geruchsprobe aus dem BMW des Vermissten und setzten das Tier auf die Fährte an. Sofort nahm der Hund die Witterung auf und lief der Fährte nach. "Normale" Suchhunde überprüfen ein Gebiet, ob sich darin ein am Boden liegender hilfloser Mensch befindet und schlagen dann an. Entsprechend sind sie trainiert. Die "Man Trailing"-Hunde nutzen es aus, dass der Mensch pro Minute etwa 40000 Hautpartikel verliert. Die wittern die Vierbeiner. So auch in diesem Fall: Die Spezialhunde kreisten ein Gebiet im Wald ein, in dem der Vermisste offenbar
herumirrte. Suchtrupps fanden den Hamburger schließlich, er konnte gerettet werden.