Großfeuer Brunstorf
 
 

 

09.01.2006 Brunstorf Kirchweg

Ein Großbrand hat am Montag ein kombiniertes Wohn- und Wirtschaftsgebäude in Brunstorf nahezu vollständig zerstört. Nur ein Teil des Wohntraktes konnte von der Feuerwehr gehalten werden. Die winterlichen Temperaturen machten den Einsatzkräften zu schaffen, weil sie sich zunächst durch das Eis am Dorfteich hacken mussten, um an Löschwasser zu gelangen und der feine Wassernebel die Einsatzstelle mit einer gefährlichen Eisschicht überzogen hatte.

 

"So ist das im Winter nun mal", sagte Kreiswehrführer Hugo Heitmann. Er, sein Stellvertreter Martin Schröder aus Schwarzenbek, Amtswehrführer Wolf-Dieter Abel aus Kollow und Brunstorfs Feuerwehrchef Hermann Kramp leiteten den Einsatz. An den Löscharbeiten waren Kameraden aus Brunstorf, Worth, Dassendorf, Schwarzenbek, Kollow und Geesthacht sowie die Technische Einsatzleitung beteiligt. Rettungsassistenten der hauptamtlichen DRK-Wache aus Schwarzenbek, die die beiden Bewohner mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus brachten, sowie die First Responder des DRK-Ortsvereins Schwarzenbek zur Sicherung der Feuerwehrleute, waren ebenso vor Ort wie die Polizisten Daniel Stephan, Rüdiger Paetzke und Wolfgang Kiehn. Dazu kamen die Brandermittler der Geesthachter Kripo.

 

Gegen 12.20 Uhr war der Brand nach ersten Erkenntnissen der Kripo offenbar durch eine Verpuffung an der Heizungsanlage ausgebrochen. Von dort griffen die Flammen schnell um sich. Eine Stichflammen hatte wohl das Stroh, mit dem die Heizung beschickt wird, in Brand gesetzt. Es war vor der Anlage in einem Nebengebäude gelagert. Als die FF Brunstorf wenig später mit ihrem LF 8/6 vor Ort war, schlugen bereits meterhohe Flammen aus dem Dachstuhl. Ihr Fahrzeug mussten die Brunstorfer nochmals umstellen, um Löschwasser aus dem Dorfteich zu pumpen. Zum Glück, denn wenig später stürzten Teile des Giebels ein, vor dem das LF 8/6 gestanden hatte.

 

Die Bewohner und Nachbarn konnten noch das Vieh in Sicherheit bringen und einen VW Beetle aus einer Garage neben dem Stall retten, ehe das Feuer fast das gesamte Gebäude erfasst hatte. Mit zwei Wenderohren der Drehleitern, dem Dachmonitor des Geesthachter TLF 24/50, mehreren Wasserwerfern und Strahlrohren brachten die mehr als 50 Feuerwehrleute den Brand schließlich unter Kontrolle. Die Zwischendecke zum Wohntrakt wurde durch Fognails geschützt, damit die Flammen dort nicht unbemerkt um sich greifen konnten. Aus dem Wohntrakt retteten die Feuerwehrleute persönliche Gegenstände der betroffenen Familie.
Schwarzenbeks Wehrführer Martin Schröder hatte Gerätewart Dieter Hahn sofort nach dem Alarm zur MAN-Werkstatt geschickt. Dort war die Schwarzenbeker Drehleiter gerade zu einer turnusmäßigen Wartung abgegeben. Hahn fuhr mit dem ELW und mit Blaulicht und Martinshorn zur Werkstatt an der Grabauer Straße und von dort aus mit der Drehleiter zur Brandstelle. Aus dem Korb gelang es der Besatzung schließlich, die Flammen an einer Brandwand aufzuhalten. In der Zwischenzeit war die Löschwasserversorgung durch mehrere TS und Fahrzeugpumpen vom Dorfteich her ausreichend sichergestellt.
Insgesamt zogen sich die Löscharbeiten bis zum Abend hin. Mit einem Trecker wurden einsturzgefährdete Mauern vorsorglich durch einen Landwirt eingerissen.

In Brunstorf hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Großbrände gegeben. Zuletzt brannte im April 2005 ein Reitstall nieder, während des WM-Endspiels im Sommer 2002 war es schräg gegenüber der aktuellen Brandstelle ebenfalls ein Bauernhof.

Unter der Leitung von Amtswehrführer Wolf-Dieter Abel waren 15 Feuerwehrleute noch bis in die Nacht an der Brandstelle vor Ort.

 

Aus Schwarzenbek rückte um 18 Uhr nochmals der Rüstwagen RW 2 mit einem Trupp zur Unterstützung aus. Mit Hilfe der Wärmebildkamera und des Fernthermometers wurden an der Brandwad zwischen dem Wohn- und Wirtschaftstrakt des Gebäudes die Temperaturen überprüft.

 

Vor allem das auf dem Boden für den Winter eingelagerte Heu und Stroh war noch sehr warm. Abel hatte einen Bagger angefordert, mit dem die Erntevorräte aus der Ruine geholt werden sollten, um sie abzulsöchen. Einfach brennen lassen konnte man die Trümmer nicht, da es in der Nachbarschaft mehrere Reetdachhäuser gibt, für die sonst bei einem unkontrollierten
Abbrennen möglicherweise durch Funkenflug Gefahr bestanden hätte.