Großfeuer Grabau
 
 

 

18.01.2006 Grabau (Dorfstr.)

In Lebensgefahr schwebten am Mittwochabend die Einsatzkräfte der Feuerwehr bei einem Brand in Grabau: Ein unbekannter Brandstifter hatte ein leerstehendes kombiniertes Wohn- und Wirtschaftsgebäude an der Dorfstraße mit aufgedrehten Gasflaschen und Zündquellen manipuliert. "Das wäre hier für uns um ein Haar böse ausgegangen", erklärte Amtswehrführer Wolf-Dieter Abel während der Löscharbeiten.

 

Die Schwarzenbeker Feuerwehrmänner Timo Lehmann und Jörg Landwehrjohann waren durch eine aufgebrochene Seitentür zuerst in das verwinkelte Gebäude gegangen und hatten, als sie im Erdgeschoss ein Sofa löschten, plötzlich eine erste Gasflasche vor sich. "Die ließ sich nicht mehr zudrehen, offenbar war der Verschluss manipuliert", berichtete Landwehrjohann. "Da wird einem schon anders, wenn man das zischende Gas hört und plötzlich, wenn der Rauch abzieht, die Flasche entdeckt", sagte Lehmann.

 

Die Retter brachten die erste Gasflasche ins Freie und entdeckten immer mehr Behälter in verschiedenen Räumen und Etagen, aus denen das Gas strömte. Auf dem Heuboden der rückwärtig angebauten Scheune fand Polizist Daniel Stephan dann wenig später einen mit einer Zeitschaltuhr versehen Toaster, um den herum es bereits ebenfalls brannte.

"Wenn es hier zur Durchzündung gekommen wäre, hätte es hier wie auf einem Trümmerfeld ausgesehen", meinte Polizist Thomas Kulp. Nur um Haaresbreite waren die knapp 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Grabau, Sahms, Schwarzenbek, Groß Pampau, Elmenhorst, Grove, Havekost, Kuddewörde und Grove offenbar der Explosion des Gebäudekomplexes entgangen. Mit mehreren Strahlrohren bekämpften sie die an verschiedenen Stellen lodernden Flammen. Vorsorglich hatten sie auch die Drehleiter an der Scheune in Stellung gebracht.


Wer das über eine Immobilienfirma aus Owschlag seit einiger Zeit zum Verkauf angebotene Anwesen mitten in Grabau für den Brand entsprechend manipuliert hat, wird jetzt die Kripo ermitteln. Nachbarn hatten einen Mann gesehen, der kurz vor Brandausbruch das Gelände mit einem Fahrrad verlassen hatte. Wenig später entdeckten Passanten den Rauch und informierten gegen 17.10 Uhr über den Notruf die Feuerwehr. Die Polizei hat die Brandfallen des Unbekannten sichergestellt. Offenbar, so schätzten die Helfer vor Ort, war der Brand unplanmäßig zu früh ausgebrochen und hatte deshalb nicht sein gewünschtes Ziel, das Gelände einzuäschern, erreicht