Lenzeinsatz
 
 

 

26.03.2006 Kollower Str. - Gülzower Str.


"Land unter" hieß es am Sonntagnachmittag in Schwarzenbek: Durch das plötzliche Tauwetter mit bis zu 16 Grad kam so viel Schmelzwasser aus dem Sachsenwald in das Regenrückhaltebecken an der Kollower Straße, dass es die angrenzende Straße bis zu 20 Zentimeter hoch überschwemmte. Offenbar war ein unterirdisches Abflussrohr zugewachsen, so dass das Wasser nicht gezielt abgeleitet werden konnte, vermutete Ordnungsamtsleiter Hans-Jürgen Stribrny vor Ort.

Die Landesstraße 219 nach Kollow musste von der Polizei vorsichtshalber voll gesperrt werden, weil das Sickerwasser die Fahrbahn, einen angrenzenden Weg sowie Grünflächen unterspült hatte. Teilweise wurde das Gelände weggespült, mehrere Quadratmeter waren einsturzgefährdet.

Die Freiwilligen Feuerwehren aus Schwarzenbek und Kollow waren mehrere Stunden lang mit zahlreichen Pumpen im Einsatz, um Wasser aus dem Regenrückhaltebecken über die Straßen in einen Vorfluter zu pumpen. Dieser "Jordan Graben", der hinter dem Hainholz entlang führt, hatte allerdings so schnell Hochwasser, dass für die Gärten und Häuser der Siedlung am Libellenweg ebenfalls die Gefahr einer Überschwemmung bestand.

 

"Wir mussten das Wasser ganz vorsichtig abpumpen, volle Leistung konnten wir hier vorsichtshalber gar nicht fahren", berichtete Feuerwehr-Einsatzleiter Thorsten Bettin. Etwa 4000 Liter pro Minute wurden aus dem Rückhaltebecken in den "Jordan Graben" gepumpt. Der Pegel ging durch den Einsatz sichtbar zurück.

 

"Wir müssen jetzt zunächst prüfen, inwieweit der Untergrund im Bereich der Einsatzstelle weggespült ist", sagte Stribrny am Abend. Wasser blubberte an mehreren Stellen aus dem Boden. "Ein ganz klares Zeichen dafür, dass hier unter dem Gelände das Wasser sprudelt", erklärte Bettin.

Offenbar lag im Sachsenwald noch so viel Schnee der starken Schneefälle vor einigen Wochen, dass die Gräben dort das viele Schmelzwasser am Sonntag nicht ausreichend aufnehmen konnten. "Die Böden sind so durchnässt, da versickert ja zurzeit nichts", so Stribrny. Das Regenrückhaltebecken an der Kollower Straße ist im Südosten der niedrigste Punkt von Schwarzenbek, so dass das Oberflächenwasser sich immer dort sammelt. Als Folge kam es zu der Überschwemmung. "Das war bereits bei dem starken Regen 1999 ebenfalls so", erinnerte sich Stribrny.