Schweinerei auf der Bundesstraße
 
 

 

01.05.2006 Schwarzenbek B 209

Ein mit knapp 200 Schweinen beladener Viehtransporter ist am Montagabend auf der Bundesstraße 209 östlich von Schwarzenbek verunglückt und in den Straßengraben gekippt. 35 Tiere mussten nach ihrer Befreiung durch Feuerwehrleute aufgrund ihrer schweren Verletzungen noch vor Ort durch einen Tierarzt und einen Schlachter getötet werden. Den Schaden schätzte die Polizei auf rund 100.000 Euro.

Gegen 17.30 Uhr war der 44 Jahre alte Fahrer des Gliederzuges auf der Bundesstraße Richtung Lauenburg unterwegs. Angeblich, weil ihn ein überholendes Auto abgedrängt hätte, so der Fahrer gegenüber der Polizei, sei er zu weit nach rechts gefahren und auf die Bankette geraten. Unter dem tonnenschweren Gewicht des Lasters gab der Seitenstreifen nach, der Laster sackte ein und kippte um.

Im Mai 2002 war auf der A 24 an der Abfahrt Schwarzenbek/Grande bereits ein Lastzug der gleichen Spedition umgekippt. Auch damals waren Feuerwehrleute über Stunden im Einsatz, um die Tiere zu befreien.

Neben Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenbek waren auch Einsatzkräfte aus Müssen und Schulendorf an der Unfallstelle vor Ort. Nachdem die unter Spannung stehende Heckklappe mit Hilfe der Seilwinde des Rüstwagens geöffnet und gesichert worden war, konnten die Schweine aus dem dreistöckigen Anhänger geholt werden. Mit Steckleitern wurden auf einem angrenzenden Feld ein provisorisches Gatter aufgestellt, um die befreiten Tiere zu sammeln. Ein System, das sich damals schon auf der Autobahn bewährt hatte.

 

Um auch das Zugfahrzeug entladen zu können, musste der Anhänger zunächst geborgen werden. Dafür wurde ebenfalls die Seilwinde des Rüstwagens eingesetzt. Der Anhänger konnte einige Meter zurück gezogen werden, nachdem die Deichsel mit dem Plasmaschneider durchtrennt war.

 

So ließ sich auch die Heckklappe des Zugfahrzeuges öffnen. Ein Tierarzt markierte zu schwer verletzten Tiere mit blauer Farbe, ein Schlachter tötete die verletzten Tiere mit einem Elektrogerät. Die überlebenden Schweine wurden mit dem Sprühstrahl mehreren Strahlrohren gegen ihren Unfallschock gekühlt. Einige suhlten sich in Schlammlöchern.

 

Nach vier Stunden waren alle Schweine aus dem verunglückten Laster befreit und auf ein Ersatzfahrzeug umgeladen. Ein privates Bergungsunternehmen aus Hamburg übernahm schließlich die Bergung des Viehtransporters.