Feuer Worleé Chemie
 
 

 

26.11.2006 Lauenburg Söllerstrasse

Der Rauch zog über das Industriegebiet an der Söllerstraße in Lauenburg, Martinshörner hallte durch die Straßen: Ein Brand im Chemiewerk Worlee sorgte Sonntagmittag für einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Aus ungeklärten Gründen, möglicherweise aber durch eine Überhitzung nach einem Defekt, war ein Wärmecontainer an der Abfüllanlage in Brand geraten. Zehn Meter hohe Flammen mussten von der Feuerwehr gelöscht werden.

 

Gegen 13 Uhr hatte die automatische Brandmeldeanlage angeschlagen, die Integrierte Regional-Leitstelle in Bad Oldesloe löste daraufhin wie vorgesehen Alarm für die Lauenburger Feuerwehr aus. Weil wenig später, als die ersten Retter bereits auf der Anfahrt waren, ein echtes Feuer bestätigt wurde, wurde Großalarm ausgelöst. Unter anderem wurden Gefahrgut-Spezialisten aus Schwarzenbek, Büchen und Geesthacht angefordert, aber auch der Rettungsdienst kam mit der Schnelleinsatzgruppe. "Es ist erforderlich, die entsprechenden Fachleute zügig vor Ort zu haben", sagte Lauenburgs Wehrführer Thomas Burmester. Insgesamt machten sich mehr als 150 Helfer auf den Weg an die Söllerstraße.

Doch die Feuerwehrleute hatten Glück. "Wie knapp es war, kann man hinterher oft nur schwer sagen, aber es war ziemlich brenzlig", meinte Jan Eschke von Worlee nach Abschluss der Löscharbeiten. Durch einen massiven Schaumeinsatz, bei dem sich die Feuerwehrmänner durch Atemschutzgeräte gegen den Rauch schützen mussten, gelang es ihnen, die Flammen zu ersticken. "Das war knapp. Genau über der Brandstelle verlaufen die Rohre der Befüllanlage für die Tankwagen. Wenn die zu heiß geworden wäre, hätte es sicher eine Kettenreaktion wie beim Großbrand 2003 gegeben", sagte Burmester.
Am 8. März 2003 war es ebenfalls durch einen Defekt an einer Heizung zu einem Brand gekommen, der für heftige Explosion und riesige Feuerbälle im Fasslager sorgte. Das Feuer griff durch die extreme Hitze damals zunächst immer weiter um sich, konnte nur schwer gestoppt werden.

 

Doch so weit kam es diesmal nicht. "Wir konnten den Brand auf den Wärmecontainer beschränken", bilanzierte Burmester. Vorsorglich standen zahlreiche Einsatzkräfte in Bereitstellung, mit einer Wärmebildkamera (die Worlee vor eineinhalb Jahren im Zuge der regelmäßigen Unterstützung der Feuerwehr gesponsert hatte), wurde die Ausbreitung der Hitze beobachtet und gezielt gelöscht. "Das hat gut geklappt", sagte Eschke. Er geht nicht davon aus, dass die Produktion bei Worlee eingeschränkt werden muss.