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19.10.2006 BAB 24

 

Auf der Autobahn 24 in Höhe Möhnsen ist gestern Morgen ein voll beladener Tanklaster verunglückt. Wie durch ein Wunder wurde der mit 36000 Litern Kraftstoff gefüllte Auflieger des Sattelzuges nicht aufgeschlitzt, als das Fahrzeug die Mittelleitplanke platt walzte und im unteren Bereich dadurch völlig zerstört wurde. Nur aus dem kaputten Dieseltank der Zugmaschine liefen rund 150 Liter Diesel aus.
Nach dem Unfall gegen 6 Uhr musste die Autobahn Richtung Berlin voll gesperrt werden. Der Verkehr staute sich auf mehr als zehn Kilometern, auch die Umleitungsstrecke über die Bundesstraßen 404 und 207 durch Schwarzenbek war völlig überlastet. Es herrschte stundenlang Chaos. Erst gegen Mittag hatte sich die Lage wieder normalisiert.

 

Ein 72 Jahre alter Polo-Fahrer war nach Angaben der Autobahnpolizei in Talkau im Bereich der Baustelle wohl wegen der verengten Fahrstreifen mit seinem Wagen ins Schlingern geraten. Alle vier Fahrstreifen laufen zurzeit auf der Spur Richtung Hamburg, weil die Fahrbahn Richtung Berlin erneuert wird. Als der 72-Jährige aus Hamburg mit seinem Kleinwagen den Tanklaster überholte, rammte er plötzlich die Vorderachse der Zugmaschine. Der Trucker (45) aus Bispingen verlor daraufhin die Kontrolle über seinen 40-Tonner und rauschte in die erst am Mittwoch montierte Mittelleitplanke. Der Tankwagen walzte die Leitplanke platt und blieb dann auf ihr stehen.
Weder der Unfallverursacher noch der Lastwagen-Fahrer wurden bei dem Unfall verletzt, allerdings war die Autobahn blockiert. Auch Richtung Hamburg bildete sich laut Autobahnpolizei zeitweise ein vier Kilometer lange Stau, den Gaffer ausgelöst hatten.

 

Um bei der Bergung zu helfen, rückten Feuerwehrleute aus Schwarzenbek und Kasseburg sowie ein Spezialunternehmen aus Hamburg an. Martin Leverenz, Disponent der Integrierten Regional-Leitstelle in Bad Oldesloe, schickte aufgrund seiner Ortskenntnisse die Feuerwehren gleich aus beiden Richtungen zur Unfallstelle. In der Baustelle ging es nämlich nicht mehr vorwärts. "So waren wir von der Abfahrt Talkaus aus über die Gegenfahrbahn schnell vor Ort und konnten uns einen Überblick über die Lage verschaffen. Bei einem Tanklaster ist das ja immer nicht ganz ungefährlich", erklärte Schwarzenbeks stellvertretender Wehrführer Berend Langeloh. Zunächst wurde der ausgelaufene Diesel aufgefangen und abgestreut. Dann musste mit einem Funken sprühenden Plasmaschneider ganz vorsichtig die Leitplanke unter dem Sattelzug freigeschnitten werden, um den Laster mit Hilfe von Spezialfahrzeugen abschleppen zu können. Aufgrund der brisanten Ladung des Lasters eine heikle Angelegenheit, so dass die Unfallstelle vorsorglich mit Strahlrohren gegen zu weiten Funkenflug gesichert werden musste.

 

Gegen 10 Uhr war der 40-Tonner auf die gesperrte Seite der A 24 geschleppt, so dass der Verkehr Richtung Berlin abfließen konnte. "Ich stehe hier seit 6 Uhr, hätte eigentlich um 9 in Berlin einen Termin gehabt", klagte ein Geschäftsmann aus Hamburg. Statt zu fahren konnte er nur im Stau abwarten - und mit anderen Leidtragenden plaudern. Nachdem die zerstörte Leitplanke von Bauarbeitern wieder repariert war, floss der Verkehr wieder reibungslos gen Osten. Den Schaden schätzte die Autobahnpolizei auf rund 100000 Euro.