Starkregen
 
 

 

22.08.2007 Schwarzenbek

Land unter in Schwarzenbek: Ein extremer Regenschauer setzte gestern Nachmittag weite Teile der Stadt unter Wasser. Die Feuerwehr war pausenlos im Einsatz. "Das Unwetter dauerte nur eine Viertelstunde, dann war der Spuk auch schon vorbei", erklärte Wehrführer Martin Schröder. Die Einsätze durch Überschwemmungen zogen sich durch das ganze Stadtgebiet. Innerhalb nur einer Stunde wurden 20 Einsatzstellen gemeldet. Zur Unterstützung der Schwarzenbeker Retter rückten auch Feuerwehrleute aus Kollow mit zwei Löschfahrzeugen mit an.

Der heftige Regen mit Blitz und Donner begann um 15.15 Uhr ganz überraschend. Die Unwetterfront war vom Nordkreis heran gezogen. In Ratzeburg und Rondeshagen schlugen Blitze in zwei Häuser an, richteten aber zum Glück keine größeren Schäden an. Auch die Bewohner eines Hauses in Dassendorf blieben trotz eines Blitzschlags verschont.

Der Regen kannte in Schwarzenbek allerdings kein Erbarmen. Zum dritten Mal nach 2003 und 1999 glich das Stadtgebiet einer Seenlandschaft. Auf der Lauenburger Straße und der Hamburger Straße hätten Boote fahren können, so hoch stand das Wasser. Gefährlich war es im Tierheim an der Feldstraße: Helfer ließen hier die Vierbeiner frei, um sie vor den Fluten zu bewahren. "Offenbar haben wir hier alle vier Jahre mit so einem Unwetter zu kämpfen", sagte Jan Piossek, Gruppenführer der Schwarzenbeker Wehr. Er lenzte mit seinen Kameraden das Wasser aus dem Keller der Compeschule. Hier standen die Wassermassen in den Werkräumen.

 

Im Keller des ehemaligen Kaufhauses Mohr an der Berliner Straße, in dem demnächst das Modegeschäft CML einziehen will, konnten Schäden an der neuen Ware gerade noch verhindert werden. "Das war haarscharf", sagte CML-Inhaber Hans-Jürgen Linde. "Uns wurde zum Glück schnell von der Feuerwehr und der Stadt geholfen. Das Problem hier ist ja bekannt, jetzt muss endlich etwas passieren, damit uns das Wasser aus der offenbar völlig überlasteten Kanalisation nicht mehr in den Keller rauscht", erklärte Linde.

 

Am Verbrüderungsring stand die Straße aufgrund verstopfter Gullys unter Wasser, am Müllerweg liefen gleich zwei Hauskeller voll. "Wir hatten alle Hände voll zu tun, um die Notrufe abzuarbeiten", berichtete Feuerwehrchef Schröder. 35 Feuerwehrleute waren stundenlang im Einsatz.

Mit den Wassermassen hatten gestern seltsamerweise nur die Menschen in Schwarzenbek zu kämpfen. "Ringsherum blieb es ruhig", so Schröder. Genau vor 14 Tagen hatte ein Unwetter das Umland unter Wasser gesetzt und die Stadt verschont.