VU mit LKW
 
 

 

22.08.2007 BAB 24

Fotos & Text: Christian Nimitz

Erneut kam es auf der Autobahn 24 am Mittwochnachmittag zu einem schweren Lastwagenunfall: Ein 40-Tonner raste ungebremst in einen auf dem Seitenstreifen stehenden Lastwagen und prallte quer in die Mittelleitplanke. Wie durch ein Wunder, wurde kein Mensch verletzt. Gegen 17.25 befuhr ein 30-jähriger Mitarbeiter einer Sterleyer Baufirma zusammen mit einem 45-jährigen Kollegen in einem Firmenlaster die Autobahn 24 in Richtung Berlin. Etwa 1500 Meter vor der Anschlussstelle Talkau platze an ihrem Gefährt plötzlich der vordere linke Reifen. „Sofort lenkte der Fahrer auf den Seitenstreifen, stellte den Laster sogar ein Stück auf der Bankette ab, um den nachfolgenden Verkehr so wenig wie möglich zu behindern.“, berichtete Matthias Weidel, Beifahrer vom Baulaster. Unmittelbar nach dem das Fahrzeug zum Stillstand gekommen war, der Fahrer die Rundumleuchten zur Absicherung eingeschaltet hatte, sahen die beiden Arbeiter bereits den 40-Tonner im Rückspiegel auf sich zukommen. „Wir hatten uns gerade abgeschnallt, lass es 30 Sekunden später gewesen sein, da knallte es schon.“, so Weidel weiter. Ein 41-jähriger Brummifahrer aus Bremen hatte offensichtlich den stehenden Baulaster auf dem Seitenstreifen übersehen und fuhr ungebremst auf. Durch die Aufprallwucht schleuderte der Kleinlaster in den Graben. Die Ladung, bestehend aus mehren Säcken Isocell Dämmstoff, schleuderte über beide Fahrspuren der Autobahn. Der unfallverursachende Sattelzug rutschte durch den Seitengraben und prallte querstehend in die Mittelleitplanke. Ein nachfolgender 40-Tonner erkannte rechtzeitig die Situation und konnte im letzten Moment sein Gefährt zum Stehen bekommen.

„Die Einsatzstelle glich einem Schlachtfeld.“, beschrieb ein Polizeibeamter die Unfallstelle. Der Baulaster war vollkommen zertrümmert, die aus Zeitungspapier hergestellten Dämmstoffe flogen überall umher. Das Führerhaus des Bremer Truckers war in der Mittelleitplanke verkeilt. „Das hier niemand verletzt wurde, grenzt an ein Wunder.“, so der Polizist von der Autobahnpolizei Talkau weiter.

 

Um auslaufende Betriebskraftstoffe aufzunehmen wurden die beiden Freiwilligen Feuerwehren Schwarzenbek und Kasseburg von der Integrierten Rettungsleitstelle Süd in Bad Oldesloe alarmiert. Insgesamt 30 Einsatzkräfte waren mit den Aufräumarbeiten über mehrere Stunden beschäftigt. „Mit Hilfe eines Plasmaschneiders wurde die stark verbeulte und im Führerhaus steckende Mittelleitplanke durchgetrennt.“, erklärte Schwarzenbeks Wehrführer Martin Schröder. „Weil rund 300 Liter Dieselkraftstoff ausgelaufen waren wurde ein C Rohr zur Sicherheit mit aufgebaut.“, so Schröder weiter.

 

Ein Hamburger Bergeunternehmen rückte mit mehreren Spezialfahrzeugen an, um die beiden völlig zerstörten Lastwagen von der Autobahn zu transportieren. Schnell hatte sich in der Feierabendzeit ein bis zu 15 Kilometer langer Rückstau bis zur Anschlussstelle Witzhave gebildet. „Als Unfallursache kann Unachtsamkeit des 41-jährigen Bremers angenommen werden.“, sagte ein Polizeibeamter vor Ort. „Überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol oder Drogen können nach ersten Erkenntnissen ausgeschlossen werden.“, so der Beamte weiter. Gegen 19.45 Uhr konnte die linke Fahrspur wieder für den Verkehr freigegeben werden, erst gegen 22.10 Uhr war die Bergung vollkommen abgeschlossen und beide Fahrspuren konnten wieder befahren werden. An den beiden beteiligten Lastwagen entstand wirtschaftlicher Totalschaden.