Orkantief "Kyrill"
 
 

 

18.01.2007

Das Orkantief "Kyrill" hat die Feuerwehren im Lauenburgischen die ganze Nacht durch und auch am Vormittag noch mit seinen Folgen in Atem gehalten. Die Integrierte Regional-Leitstelle Süd in Bad Oldesloe meldete für ihren Bereich mehr als 250 Einsätze. "Der Sturm war zum Glück nicht so heftig, wie er uns angekündigt war. Allerdings zog er über Stunden immer wieder in Wellen über unsere Region hinweg", bilanzierte der stellvertretende Kreiswehrführer Martin Schröder gestern. Menschen wurden nicht verletzt, die Sachschäden gingen jedoch in die Tausende.

Die Feuerwehr Geesthacht und Schwarzenbek mussten acht Mal ausrücken und die Lauenburger Feuerwehr hatte in vier Fällen Hilfe zu leisten. "Der Himmel sah zwar spektakulär aus, aber hier in Lauenburg war der Sturm selbst eher mild. Offenbar waren die heftigsten Böen an uns vorbeigezogen", sagte Lauenburgs Feuerwehrchef Thomas Burmester. "Vor allem umgestürzte Bäume haben uns Arbeit beschert", sagte Geesthachts Feuerwehrsprecher Peter Kunze.

Nachdem die erste Unwetterfront, die nach 16 Uhr mit starkem Regen das Kreisgebiet erreicht hatte, abgezogen war, herrschte im wahrsten Sinne die Ruhe vor dem Sturm. Denn nach 19 Uhr ging es erneut los. Die Schwarzenbeker Feuerwehr musste ein loses Reklameschild an der Hamburger Straße abbauen und am Rülauer Ring lose Dachpfannen sichern. Am Jungfernstieg in Schwarzenbek war eine Pappel ins Haus von Andreas Riechert gekracht. "Die Pappeln wurden meines Wissens nach 1952 für die Lauenburger Zündholzfabrik angepflanzt. Die gibt es längst nicht mehr, aber bei jedem Sturm krachen hier die Äste runter. Aber so heftig wie diesmal war es noch nie", erklärte Riechert. Feuerwehrmänner dichteten das Dach notdürftig ab, jetzt müssen die Dachdecker ran. Freitag gegen 11.10 Uhr musste am Bauernhof in der Rülau eine Überschwemmung beseitigt werden.

 

In Geesthacht fällte der Orkan gleich mehrere Bäume. So musste an der Hansastraße ein Auto, das in einem Carport stand, freigesägt werden, am Dösselbuschberg riss eine Kiefer eine Laterne mit um, die abgetrennt und gesichert werden musste. In Dassendorf begrub eine entwurzelte Tanne gegen 22 Uhr am Dubberskamp ein geparktes Auto. "Alles in Allem sind wir aber glimpflich davon gekommen", so Schröder. Gegen 23 Uhr hatte sich der Wind abgeschwächt. Erst als es hell war, wurden weitere Schäden entdeckt.