Gasgeruch in der Kanalisation
 
 

 

09.10.2007 Industriestraße

Gas-Alarm an der Industriestraße: Dienstagmorgen gegen 9 Uhr schlugen Bauarbeiter Alarm, weil ein stechender Geruch aus der Kanalisation drang und das Gewerbegebiet am Stadtrand einnebelte. Die alarmierten Feuerwehrmänner prüften zuerst eine mögliche Explosionsgefahr, konnten dann schnell Entwarnung geben. Intensive Messungen schlossen sich an, ehe gegen 12 Uhr klar war, dass weder für die Menschen noch für die Umwelt eine Gefahr bestand. Das Klärwerk an der Bölkau sollte nach Einschätzung der Experten mit der illegalen Einleitung fertig werden.
 

"Offenbar hat ein Betrieb einen Stoff in die Abwasserkanalisation abgegeben, der Aceton enthält", erklärte der stellvertretende Wehrführer Berend Langeloh. Das ergaben Messungen der Retter. Feuerwehrmann Daniel Heidel war in einen drei Meter tiefen Kanalschacht geklettert, um entsprechende Proben zu entnehmen. Ein Atemschutzgerät schützte ihn vor möglichen giftigen Dämpfen.
 

Die Luft in dem Abwasserkanal wurde mit Messgeräten geprüft, Wasser für eine genaue Analyse in einem Labor abgefüllt. Aceton gilt als Lösungs- und Extraktionsmittel. Unter anderem enthält Nagellack Aceton, aber auch Acetonperoxid, ein gefährlicher Sprengstoff, enthält es als Grundsubstanz.

"Wer den Stoff eingeleitet hat, und ob das fahrlässig oder bei einem Unfall passiert ist, wissen wir noch nicht. Aber wir werden in den kommenden Tagen das Ergebnis der Analyse haben und den Verursacher ausfindig machen", berichtet Jörg Balk vom städtischen Abwasserbetrieb. Die Polizei konnte bei der Überprüfung mehrerer Betriebe zunächst nichts feststellen. Die Einleitung könnte gezielt erfolgt sein, um Entsorgungskosten zu sparen. "Das hat es in der Vergangenheit mehrfach gegeben, so eine Abfallbeseitigung kostet viel Geld", sagt Balk.

Das Kanalnetz wurde am Mittag gespült, um den Geruch zu beseitigen. "Wir müssen die Menschen mehr für unsere Umwelt sensibilisieren", meint Balk und fordert einen bewussteren Umgang mit dem Abwassernetz. Das Klärwerk muss bei solchen illegalen Einleitungen Schwerstarbeit leisten.