Person von Zug erfasst
 
 

 

22.02.2008 Bahnstrecke Hamburg - Berlin


Einen schrecklichen Einsatz mussten Feuerwehrleute aus Schwarzenbek und Aumühle in der Nacht zum Sonnabend auf der Bahnstrecke Hamburg – Berlin in Höhe Radekamp leisten: Ein Mann war dort von einem Zug erfasst und getötet worden. „Der Lokführer hatte zunächst nur ein dumpfes Geräusch gehört und erst bei einem planmäßigen halt in Ludwigslust das Unglück bemerkt“, erklärte gestern der stellvertretende Schwarzenbeker Feuerwehrchef Berend Langeloh. Daraufhin wurde gegen 23 Uhr zunächst die Aumühler Wehr alarmiert, weil es hieß, das Unglück sei bei Bahnkilometer 255 mitten im Sachsenwald passiert. Später rückten dann auch Schwarzenbeker Kameraden an, die Unglücksstelle lag dann genau in Höhe des im Zuge des Streckenausbaus 2004 aufgelösten Bahnübergangs am Radekamp bei Kilometer 251,8.

„Wir haben zunächst die Kripo bei der Aufnahme der Unglücksstelle unterstützt und dann mit Hilfe unseres Schienenrollwagens dem Bestatter geholfen“, berichtete Langeloh. Bei dem Toten handelt es sich um einen zweifachen Familienvater aus Schwarzenbeker.

„Dieser Fall zeigt wieder, wie schnell am Gleis etwas passieren kann", sagte Langeloh. Bei einer Vielzahl von Verletzten und komplizierten Rettungen nach einem Eisenbahnunglück fürchtet die Feuerwehr seit längerem Probleme im Sachsenwald. Nur ein schmaler Weg, der noch aus der Zeit des Streckenausbaus 2004 stammt, ermöglicht an vielen Stellen die Zufahrt zum Gleis. „Um viele Fahrzeuge von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei bei einem größeren Unglück an die Unfallstelle zu bekommen, würde das kaum reichen“, warnt Langeloh schon seit einiger Zeit. Er hofft, dass der Weg erhalten wird und nicht unbeachtet zuwachsen kann. „Im Ernstfall müsste man den Bereitstellungsraum auf den Parkplätzen an der B 404 organisieren und die Kräfte von dort gezielt in den Wald einfahren lassen. Hier könnte nur eine Einbahnstraßenregelung funktionieren, sonst würde schnell gar nichts mehr laufen“, so Langeloh.
Die Feuerwehr hofft, dass die Verantwortlichen auf die Warnung reagieren und die Erreichbarkeit des Gleises an allen Abschnitten ermöglichen. Wenn es zu einem Unglück wie mit dem ICE in Eschede kommen würde, hätte man im Sachsenwald und in Richtung Müssen nicht so wie damals optimale Möglichkeiten, die Einsatzstelle auf einem freien Feld einzurichten, warnen die Verantwortlichen.