Technische Hilfe nach Feuer im IC
 
 

 

02.06.08

In letzter Sekunde konnte der Lokführer eines Intercity der Bahn am Montag bei Schwarzenbek seinen mit 75 Fahrgästen besetzten Zug auf der ICD-Strecke Hamburg – Berlin im Sachsenwald sicher zum Stehen bringen. Im Motorraum der Lok war ein Feuer ausgebrochen, giftiger Rauch zog in den Führerstand des Lokführers. Per Notbremsung stoppte er den 2500 PS starken Zug am Rande des Sachsenwaldes. Ihm gelang es, die Flammen selbst zu löschen. Von den Passagieren war zunächst niemand in Gefahr.

 

Für Feuerwehr und Rettungsdienst lief dennoch ein Großeinsatz an. "Den Brand selbst konnte der Zugführer zwar löschen, doch in dem völlig überhitzten Zug, der nicht mehr fahrbereit war und dessen Klimaanlage ausgefallen war, kollabierten einige der Reisenden in der Hitze", berichtete Schwarzenbeks Feuerwehrchef Martin Schröder. Er forderte daher zur Versorgung der Fahrgäste mit kalten Getränken unter anderem die Schnelleinsatzgruppe des Rettungsdienstes sowie weitere Feuerwehren an. Die brachten Rettungsplattformen mit, über die die Reisenden die Waggons bei einer sich zuspitzenden Situation hätten verlassen können.

 

Schwierig gestaltete sich der Weg zur Einsatzstelle. "Wir haben oft davor gewarnt, bei einem Unglück auf dieser Strecke nicht ans Gleis gelangen zu können. Genau so war es hier", sagte Schröder. Um zum Zug zu gelangen, mussten die Einsatzfahrzeuge mit den Rettungskräften von der Bölkau aus über ein Getreidefeld fahren. "Zum Glück war der Boden wegen der anhaltenden Trockenheit schön hart, so dass unsere schweren Rüst- und Löschfahrzeuge hier drüber fahren konnten", erklärte Thorsten Bettin von der Feuerwehr. Unterhalb des Bahndamms musste dann mit einer aus Leitern und Rettungsplattformen gebauten Brücke die Schwarze Bek überbaut werden. Auf diesem Weg wurden dann Auffangwannen für auslaufendes Öl der Lok sowie Getränke für die Fahrgäste zum Zug gebracht

 

„Das Wasser der netten Feuerwehrmänner tut gut und endlich konnten auch die Türen geöffnet werden“, sagte Anneli Winter aus Lübeck. Sie wollte eigentlich zur Preisverleihung eines Logo-Wettbewerbs nach Osnabrück reisen. Verena Meyer aus Chemnitz und ihr Sohn Niklas genossen die Erfrischung ebenfalls. Der Dreijährige ließ sich sogar mit Wasser von den Feuerwehrleuten abduschen, so heiß war es im Zug.

Erst nach zwei Stunden konnte der Zug mit Hilfe einer Ersatzlok in den Schwarzenbeker Bahnhof geschleppt und auf Gleis 5 abgestellt werden. Dann konnten ihn die Reisenden verlassen. Mitarbeiter der Bahn betreuten die Gestrandeten auf dem Bahnhof und vermittelten ihnen andere Züge, um dem eigentlichen Ziel näher zu kommen. Mehrere ICE-Züge auf der Strecke mussten hinter dem havarierten Zug, der auf dem Weg von Puttgarden nach Passau war, warten: Die Strecke war während des Einsatzes voll gesperrt.