brennt Scheune
 
 

 

12.11.2008 Möllner Str. (Kuddewörde)

Was ist nur an der Möllner Straße in Kuddewörde los? Zum fünften Mal auf einer Länge von nur 500 Metern mussten Feuerwehrleute in der Nacht zu Mittwoch einen Großbrand löschen. „Das ist ein unheimliches Gefühl“, sagt selbst Kuddewördes Wehrführer Maik Brehmer. Der Stützpunkt seiner Feuerwehr liegt ebenfalls an der Möllner Straße, es brennt jeweils rechts und links von der Feuerwache und nur auf der nördlichen Straßenseite.

 

Gegen 0.55 Uhr war die Tochter des Besitzers eines Reiterhofes durch Hundegebell aufgeschreckt. Sie schaute auf dem Hof nach und entdeckte den Feuerschein. Sofort informierte sie die Feuerwehr. „Ganz ohne ist das hier nicht, es stehen eine Reetdachkate und ein weiteres Fachwerkhaus in unmittelbarer Nähe“, sagte Amtswehrführer Wolf-Dieter Abel. Er war zusammen mit mehr als 150 Feuerwehrleuten aus der Umgebung zur Einsatzstelle geeilt. „Wir hatten Glück mit dem Wind, er trieb die Funken zum Glück von den gefährdeten Häusern weg“, berichtete Abel.

 

In der knapp 1000 Quadratmeter großen Scheune gingen unter anderem ein Mähdrescher und 100 Rundballen Stroh in Flammen auf. „Zwei Trecker und neun Pferde im Wert von 50000 Euro konnten gerettet werden“, sagte Polizeisprecherin Sonja Kurz. Experten der Geesthachter Kripo und ein Sachverständiger des Landeskriminalamtes sollen jetzt die Brandursache klären.

 

Mit einem Dutzend Strahlrohren bekämpften die Feuerwehrleute die Flammen vom Boden und von der Schwarzenbeker Drehleiter aus. Die Schwarzenbeker setzten zeitweise auch Druckluftschaum ein, um die Flammen damit zu bedecken und einzudämmen. „Wegen der starken Rauchentwicklung des brennenden Strohs mussten wir insgesamt 70 Kameraden mit Atemschutzgeräten ausrüsten“, so Abel. Deshalb wurden Atemschutzgeräteträger angefordert. Retter aus Kuddewörde, Kasseburg, Grande, Havekost, Möhnsen, Basthorst, Schwarzenbek, Sahms, Grabau, Kollow, Gülzow, Mühlenrade, Fuhlenhagen und Hamfelde waren im Einsatz. „Weil wir uns nach zehn Stunden erst einmal ausruhen mussten, haben die Gülzower Kameraden um 10.30 Uhr die Brandwache für uns übernommen“, sagte Wehrführer Brehmer.
„Wir hatten massive Probleme, die Strohrollen aus der Scheune zu holen“, erklärte Brehmer. Dazu wurde ein spezieller Bagger eingesetzt. Erst auf der Hauskoppel des Reiterhofes gelang es den Einsatzkräften, die gepressten Rollen auseinander zu ziehen und abzulöschen. Dazu wurden ein Löschteich und die Bille angezapft, um ausreichend Wasser einsetzen zu können. Etwa 2000 Meter Schlauchleitung wurden verlegt.