Verkehrsunfall
 
 

 

23.01.2009 Am Markt


Dramatische Szenen spielten sich Freitag am Markt in Schwarzenbek ab: Ein 67-Jähriger sackte gegen 11.05 Uhr am Steuer seines Mercedes leblos zusammen. Plötzlich drückte der regungslose Mann offenbar unbeabsichtigt das Gaspedal durch, fuhr wieder an und wurde erste von dem Hinweisschild für den kombinierten Geh- und Radweg an der Fußgängerampel in Höhe Berliner Straße wieder gestoppt. Wie durch ein Wunder wurden keine Fußgänger verletzt. „Das hätte ordentlich ins Auge gehen können, da warten oft viele Menschen an der Ampel“, sagte ein Polizist.

Der 67 Jahre alte Schwarzenbeker war nach Ermittlungen der Polizei kurz vor dem Unfall an der Hamburger Straße beim Hausarzt, um sich dort wegen seiner Herzbeschwerden durchchecken zu lassen. Der Mediziner ließ den Patienten anschließend wieder mit dem Auto abfahren. Schon nach 300 Metern dann das Unglück. Zeugen berichteten der Polizei, der Mercedes des Senioren hätte zunächst auf der Fahrbahn gehalten, andere Autos seien um das Hindernis schon vorbei gefahren. „Irgendwann hat dann jemand direkt in das Auto geguckt und bemerkt, dass der Fahrer zusammengesackt hinter dem Steuer sitzt“, sagte ein Polizist.

Weil sich bei dem Mercedes die Türen beim Anfahren automatisch verriegeln, kamen weder die Ersthelfer noch die zufällig vorbei kommende Besatzung eines Rettungswagens zu dem Patienten. Um ihn zu befreien, wurden Schwarzenbeks Feuerwehrmänner alarmiert. In der Zwischenzeit schlugen die Rettungsassistenten die hintere Seitenscheibe ein, um so durch das Fenster die Tür entriegeln zu können. „Moderne Autos haben diese Verriegelung immer öfter. Das stellt an uns bei Unfällen besondere Probleme, weil sich selbst ohnehin verzogene Türen mit unseren hydraulischen Rettungsgeräten nicht so gut öffnen lassen, wenn sie verschlossen sind“, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Berend Langeloh.

45 Minuten wurde der Patienten an der Unfallstelle von einem Notarzt behandelt, ehe er in das Reinbeker Krankenhaus gebracht werden konnte.

Die Feuerwehrmänner räumten anschließend die Unfallstelle auf, Mitarbeiter des Bauhofes stellten ein neues Verkehrsschild auf. „Die Situation war nicht ganz ungefährlich“, so die Polizei. Allerdings sind nur wenige Geh- und Radwege in der Stadt massiv von der Straße abgetrennt.