Brandanschlag
 
 

 

21.09.2009 Am Markt

Brandanschlag auf das Lokal „Feuerschloss“ im Schwarzenbeker Zentrum: Ein Unbekannter warf am Montag gegen 1.55 Uhr drei Molotowcocktails durch eine eingeschlagene Fensterscheibe in den Gastraum. Nur weil die Glasflaschen, die mit brennbaren Flüssigkeiten gefüllt waren, nicht zersplitterten, setzte die in den Flaschenhals gestopfte Zündschnur den Inhalt der Flaschen und das beliebte Lokal nicht in Brand.

 

„Ich habe keine Ahnung, wer dahinter steckt und bin noch immer völlig schockiert“, berichtete Gastwirt Ali A. der Lauenburgischen Landeszeitung. Am 20. April 2008 hatten vermutlich Jugendliche, mit denen es wenige Tage zuvor Streit in dem Lokal gegeben hatte, schon einmal einen Wagen auf dem Hof des Lokals am Markt angezündet. „Wie es jetzt weiter geht, weiß ich noch nicht. Es muss gründlich renoviert werden“, sagte der Gastwirt.

Eine Anwohnerin am Markt hatte zunächst das Klirren einer Scheibe gehört und dann einen Mann weglaufen sehen. Kurz darauf entdeckte sie im Lokal einen kleinen Feuerschein. Die sofort alarmierten Polizisten versuchten zunächst selbst, den Brand zu löschen, kamen aber wegen der Rauchentwicklung nicht dicht genug ans Feuer. Erst die kurz darauf eingetroffenen Männer der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenbek konnten den Brand löschen. „Die Lage war zum Glück übersichtlich, weil die Molotowcocktails wohl nicht wie geplant gezündet hatten“, sagte Einsatzleiter Karsten Lünse. 30 Feuerwehrmänner waren mit acht Fahrzeugen eineinhalb Stunden lang im Einsatz.

Die Polizei fahndete noch in der Nacht mit vier Streifen nach dem Flüchtigen. Erwischen konnten die Beamten ihn jedoch nicht. Nach Zeugenaussagen soll es sich um einen etwa 1,75 Meter großen Mann mit schlanker Figur handeln, der eine helle Hose und ein dunkles Oberteil trug. Hinweise an die Kripo in Geesthacht unter der Telefonnummer (04152) 80030.

Wären die Brandsätze in Flammen aufgegangen, wäre der Schaden deutlich höher ausgefallen. Das Gebäude, in dem im Erdgeschoss das „Feuerschloss“ untergebracht ist, ist knapp 100 Jahre alt. Im ersten Obergeschoss befindet sich eine Zahnarztpraxis, im Dachgeschoss Wohnungen. „Das hätte schlimm enden können“, sagte Lünse.